Starterflut in Bayreuth.



Na ja, eigentlich wollte ich ja nicht mehr soweit zu einem Rennen
fahren, aber meine Frau Andrea wollte. Ihr ging es aber mehr um ein
entspanntes Wochenende ohne Kinder Stress.

Also den Renner am Samstagmorgen laden, die Kinder zur Oma und gegen
Mittag ab Richtung Bayern. Gut 800 km Fahrt hin und zurück. Das geht
schon ganz schön ins Geld, grad jetzt bei den hohen Spritpreisen. Aber
was soll´ s, ist halt ein Wochenend Urlaub. Nach Sophienthal, da wollte
ich schon länger mal hin. Hört man doch immer wieder wundersame Dinge
über die Strecke und über unglaublich anmutende Starterzahlen. Da sind
wir aber mal gespannt. Auf der Autobahn den Tempomat auf 95 km/h und
entspannt rollen lassen.

Nach ca. fünf Stunden kamen wir dann am Flughafen in Bayreuth an. Mann,
was ein Gelände !!!! Alles pig sauber und neu. Der Tower, die
Nebengebäude usw, alles vom feinsten.

Der Rasen zwischen den Landebahnen und Zubringern sieht aus wie mit der
Nagelschere geschnitten, grad wie auf einem Golfplatz. Nicht schlecht.

Im Fahrerlager haben wir dann auch unseren alten DMSB Kollegen
Schleißheimer Jakob mit Frau Agnes getroffen. Das kann ja doch noch
lustig werden.

Nachdem Andrea und ich unser Bett im Nissan Pathfinder gerichtet
hatten, sind wir dann mit unseren Freunden, den Schleißheimers in die
Flughafen Gaststätte zum Abendessen eingekehrt. Auf der Speisekarte
dann eine schöne Überraschung. Schlaffe sechs Euro für ein großes
Jägerschnitzel mit Pommes. Auch der Salat mit Putenstreifen nur sechs
Euro. Wo gibt´ s denn heute so was noch. Bedauernswerterweise hat das
Bier auch noch lecker geschmeckt, so das wir (ich) dann später doch leicht
angesäuselt ins Bett gefallen sind.

Das aufstehen morgens um sieben Uhr ist mir dann etwas schwerer
gefallen, aber ich wollte doch mit Andrea den Parcours abgehen, bevor
die ersten Renner fahren.

Nach ein paar Metern auf der Strecke sah mich Ändy an und fragte was
das denn sei? Hmm, da lagen überall Holzstöckchen neben den Pylonen
rum. Das soll wohl anzeigen in welche Richtung man die Strecke befährt
soll. OK, schön und gut, aber das soll man während dem schnellen Fahren
erkennen? Erschwerend war dann noch der tolle Sonnenschein, der
beim fahren etwas blendete. Die ca. 1500 Meter lange Rennstrecke war
flüssig aber nicht zu schnell gesteckt. Also mir hat es gefallen, was die da
aufgebaut haben.

Danach ein Bummel durch das Fahrerlager. Wo kommen denn die Renner da
überall her? Weis der Deiwel wie viele NSU Prinz, Polos usw da
plötzlich auftauchten.

Grad so, als wenn jeder in Bayern mit Helm und Auto hier her gekommen
wäre. Da sind Leute, die hab ich zuletzt 1988 gesehen. Die fahren alle
noch, aber halt nur in dieser Gegend.

Schade, da sind echt schöne Autos dabei. Einige davon kann man sogar
als Modellauto kaufen.

Nachdem wir uns ein paar Stunden in der Sonne erholt hatten,
ging es dann endlich mit einiger Verspätung los.

17 Starter in der Zweiliter Klasse, nicht schlecht. Andrea fuhr als
erste und kam begeistert zurück. Die Strecke stand gut und am Renner
war alles einwandfrei.

Auch bei mir keine Probleme, außer die schon angesprochenen
Holzstäbchen auf der Strecke, die machten mir neben dem schon
erwähnten Bier von Abends etwas zu schaffen.

Aber viel schlimmer noch waren die gefahrenen Zeiten von den NSU und
Polos. Die kennen die Strecke in und auswendig, das merkt man.

Es kam aber noch dicker. Schleißheimer Jakob auf seinem schönen und
schnellen BMW M 320is, fuhr noch schneller.

Das wird also wieder eng. Andrea kam mit einem Pin rein. Mist. Agnes
Schleißheimer war etwas langsamer als Andrea, aber eben fehlerfrei.

Jetzt hatte ich noch eine letzte Chance die Zeit vom Jakob zu
unterbieten. Also mit Vollgas raus. Bis auf einen Verschalter und meine leichte
Orientierungslosigkeit war der Lauf OK.

Im Ziel sofort den Renner aus und auf die Zeitenansage gewartet. Das
dauert und dauert. Endlich sagte mir die nette Dame aus dem Mikro ..
1.13 73 sec.

Es hat gereicht. Somit war ich schnellster Tourenwagenfahrer am heutigen Tag.
Nur zwei Formel Fahrzeuge waren schneller.

Danach wieder eine Ansage durch die Lautsprecher, die so manchen doch
enttäuschte. Die Klasse 12 und die Gleichmäßigkeitsläufe durften nicht
mehr starten, da die Startbahn bis 18:00 Uhr geräumt sein musste.

Da hatten wir ja mal Schwein gehabt, das wir etwas früher dran waren.
Gar nicht auszudenken, wenn die uns ohne zu fahren wieder heimgeschickt
hätten.

Das sind halt so die Feinheiten die dann doch schief laufen können.

Morgens etwas Probleme mit der Zeitnahme, mittags ein Getriebeschaden
mit Öl auf der Strecke und dann ein Formel Fahrzeug mit fünf
Doppelstartern.

Ruck Zuck läuft die Zeit weg und das ganze endet dann mit der Absage
einer Klasse.

Alles in allem waren für heutige Verhältnisse unglaubliche 137
Slalomstarter anwesend. Wenn die Gleichmäßigkeitsläufe nicht
ausgefallen wären, waren es leicht über 150 Teilnehmer.

Es stimmt also doch was ich wundersames über die Sophienthaler gehört
hatte. Geile Strecke und unglaubliche Starterzahlen.

Das ganze kostengünstig für schlaffe 35 Euro Startgeld. Ganz klar das
Slalom Aushängeschild des NAVC. Fragen? Keine.

Wenn das Wetter mitspielt, sind wir auch im nächsten Jahr wieder da,
egal wie teuer der Sprit dann ist.

Ich hoffe, das viele Bayerner uns am 3.Oktober bei den Slalom
Endläufen beim MSC-Idarwald in Wüschheim auf der Fahrtechnikanlage
beehren werden, denn auch wir haben eine supergeile Strecke.

Gruß enne




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